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Freigang für Katzen – Achtung, jetzt haben auch Brutvögel Saison!

Die warmen Tage sind endlich da, und unsere geliebten Vierbeiner genießen es, draußen herumzustreifen und die Natur zu erkunden. Doch leider ist ausgerechnet im Frühling auch besondere Vorsicht geboten! Denn jetzt haben auch die Brutvögel ihre Zeit – und sie brauchen unseren Schutz. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie Sie einen Freigang für Katzen ermöglichen, ohne dabei die Brutvögel zu gefährden.

So viele Vorteile hat der Freigang für Katzen

Der Garten und die nähere Umgebung der Wohnung oder des Hauses bringen viele Vorteile für eine Katze mit sich: Freigängerkatzen sind oft aktiver, haben weniger Langeweile und bewegen sich mehr, was Übergewicht vorbeugt. Generell gelten Freigängerkatzen als robuster als ihre stubenhockenden Artgenossen.

Wenn eine Katze den Großteil des Tages draußen verbringt, bedeutet das auch weniger Aufwand für die Besitzer. Nach ihrer Rückkehr wird der „Schnurrtiger“ wahrscheinlich viel schlafen und die Erlebnisse des Tages verarbeiten. Das ist nicht nur gut für die Fellnase, sondern auch positiv für die Wohnungseinrichtung, die sonst oft als Kratzbrett herhalten muss. Außerdem muss das oft unangenehme Reinigen der Katzentoilette wahrscheinlich nicht so oft erfolgen.

Zudem schärfen Freigängerkatzen durch Jagen, Anschleichen und den Kontakt mit anderen Tieren ihre Sinne auf einzigartige Weise – etwas, das eine reine Wohnungskatze nie erleben würde.

Der Freigang für Katzen ist grundsätzlich die natürlichere Form der Haltung.

Katze rauslassen oder nicht – es gibt auch Nachteile

Nicht jeder Nachbar freut sich darüber, wenn eine fremde Katze durch seinen Vorgarten tigert – er muss einen solchen Besuch grundsätzlich aber akzeptieren. Markiert jedoch etwa ein Kater „sein“ Revier oder gräbt er das Blumenbeet um, hat es mit der Toleranz ein Ende. Dann wird nicht selten das zuständige Gericht angerufen.

Ein weiterer Nachteil beim Freigang für Katzen kann die Sicherheit sein. In einer verkehrsberuhigten Zone oder direkt am Park gibt es sicher seltener Probleme. Anders sieht es aber aus, wenn eine viel befahrene Straße in der Nähe ist.

Leider ist auch der ländliche Raum mit seinen Wiesen, Wäldern und Feldern nicht unbedingt das Freigänger-Paradies schlechthin. Denn entdecken Jäger die Katze außerhalb einer bestimmten Entfernung zum letzten Wohnhaus, können sie sie gegebenenfalls aufs Korn nehmen!

Katzenhalter*innen sollten sich auch darüber im Klaren sein, dass Freigängerkatzen durch die Risiken beim Freilauf eine deutlich niedrigere Lebenserwartung haben als reine Stubentiger. Revierkämpfe, Begegnungen mit anderen Tieren wie Hunden, Mardern oder Füchsen hinterlassen ihre Spuren.

Zudem kommen Freigängerkatzen vermehrt mit Parasiten, giftigen Pflanzen oder gefährlichen Gegenständen wie Tierfallen, Scherben oder Swimmingpools in Kontakt. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Gefahr durch mutwillig ausgelegte Giftköder.

Des Weiteren können Probleme auftreten, wenn eine freilaufende Katze regelmäßig Medikamente zu einer bestimmten Zeit einnehmen muss. Wie soll man das bei einer Katze umsetzen, die kommt und geht, wie es ihr gefällt? Wenn die Katze unter Allergien oder Unverträglichkeiten leidet, kann der Freigang ebenfalls verheerend sein, da sie von Fremden während ihrer Streifzüge eventuell gefüttert wird oder sich selbst irgendwo Futter beschafft.

Beim Freigang für Katzen auch an die Vögel denken

Die Gemeinde Walldorf in Baden-Württemberg sorgte ab 2022 bundesweit für Aufsehen: Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche durften Hauskatzen im betroffenen Teil der Stadt in der Brutzeit vom 1. April bis einschließlich 31. August nicht ins Freie. Bei Verstößen drohten Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Diese Regelung ist inzwischen aufgehoben: Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises hat die Allgemeinverfügung im Januar 2025 vorzeitig beendet. Die Schutzmaßnahme zeigte Wirkung, die seltenen Vögel haben sich teilweise in andere Gebiete verlagert, und die verbliebenen Nistplätze werden jetzt auf andere Weise geschützt, zum Beispiel mit Schutzzäunen.

Zwar greifen nur wenige Städte und Gemeinden zu solch drastischen Maßnahmen, um die heimischen Singvögel zu schützen. Dennoch sollten Katzenhalter*innen auch daran denken, dass die Population unserer gefiederten Freunde in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen hat. Das liegt sicher nicht unbedingt an den Freigängerkatzen. Aber ein wenig achtgeben kann man als Freund der Fellnasen doch trotzdem, oder?

Um vor allem Jungvögel vor Ihrer Freigänger-Katze zu schützen, gibt es verschiedene Maßnahmen. Eine Möglichkeit besteht darin sicherzustellen, dass die Samtpfote nicht zu weit streunt.

Tipp: Kastrierte Katzen neigen dazu, näher am Haus zu bleiben.

Manche Katze gewöhnt sich auch daran, während der Vogelbrutzeit an der Leine spazieren zu gehen. Einen Versuch ist es sicher wert.

Der eigene Garten kann auch prima vogelsicher gestaltet werden. Zum Beispiel können Sie Bäume mit einer glatten Manschette umwickeln oder sogenannte Verpiss-dich-Pflanzen da einsetzen, wo die heimischen Gartenvögel für gewöhnlich ihre Nester bauen.

Der Freigang für Katzen selbst lässt sich auch zeitlich begrenzen. Achten Sie dann aber darauf, dass das Tier möglichst nicht während der Morgenstunden nach draußen darf. Denn genau dann unternehmen die Jungvögel ihre ersten Flugversuche.

Viel und abwechslungsreiches Spielen mit der Katze sowie eine gute Fütterung sind weitere Möglichkeiten zur Ablenkung vom Jagdtrieb gegenüber Vögeln im Garten.

Worauf Halter von Freigängerkatzen achten sollten

Nicht jedes Samtpfötchen zieht es nach draußen. Katzen, die von klein auf an die Wohnung gewöhnt sind, vermissen meist auch nichts, wenn sie nicht raus dürfen. Andere wiederum zieht es fast unwiderstehlich raus!

Für solche Katzen sollten von Frauchen oder Herrchen ein paar grundsätzliche Kriterien eingehalten werden:

  • Impfschutz: Freigängerkatzen haben regelmäßigen und unkontrollierten Kontakt zu Artgenossen. Unbedingt nötig ist deshalb, dass die Katze gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut, Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) und Leukose geimpft ist. Und logischerweise muss der Freigang für Katzen entfallen, wenn das Tier selbst an einer ansteckenden Krankheit leidet.
  • Parasiten: Im Handumdrehen hat sich die Katze draußen auf der Wiese eine Zecke geholt, wenn keine entsprechenden Abwehrmaßnahmen getroffen wurden. Das Gleiche gilt natürlich auch für andere Parasiten wie zum Beispiel Flöhe. Zusätzlich ist es wichtig, eine regelmäßige Entwurmung durchzuführen.
  • Fellpflege: Besonders langhaarige Katzen brauchen bei der Fellpflege mehr Unterstützung. Kletten, Baumharz und alle anderen Arten von Schmutz können sich hartnäckig im Fell verfangen.
  • Kastration: Um nicht unkontrolliert Nachwuchs in die Welt zu setzen, wird empfohlen, Freigängerkatzen kastrieren zu lassen. Zudem bleiben kastrierte Tiere in der Regel näher am Haus und sind weniger aggressiv gegenüber anderen Tieren.
  • Tattoo oder Chip: Lassen Sie Ihre Katze tätowieren oder chippen sowie registrieren. Dadurch kann das Tier im Verlustfall schnell seinem Besitzer zugeordnet werden.
  • Rücksicht: Während der Brutzeit von Singvögeln sollten besonders jagdwillige Katzen zeitweise im Haus gehalten werden. Denn gerade Jungvögel sind eine leichte Beute für Katzen.