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Spinnenhaltung für Anfänger – das Terrarium alleine genügt nicht

Viele Menschen empfinden Angst und Unbehagen beim Anblick von Spinnen, ein eiskalter Schauer läuft den Rücken hinab. Andere wiederum sind absolut fasziniert von den achtbeinigen Tieren. Wenn Sie zu den interessierten Einsteigern in Sachen Spinnenhaltung gehören und gerne eine Arachnide als Haustier haben möchten, sollten Sie einige Besonderheiten beachten. Wir haben hier die wichtigsten Facts.

Gibt es bestimmte Spinnenarten für Anfänger?

So etwas wie eine „Einsteigerspinne“ gibt es eigentlich nicht. Grundsätzlich sollte es sich bei der Spinnenhaltung für Anfänger um eine Spinnenart handeln, die nicht allzu hohe Ansprüche an ihre Lebensweise und Umgebung stellt.

Meistens sind es Vogelspinnen, die als erstes ins Auge fallen – und dementsprechend oft in heimischen Terrarien gehalten werden.

Neulinge in der Spinnenhaltung bevorzugen oft Brachypelma-Arten. Diese Spinnen gelten als friedlich, auf Reizungen reagieren sie eher gelassen.

  • Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) gilt als einer der ruhigsten Vertreter unter den Anfängerspinnen. Kein Wunder, dass diese Art auch häufig in Filmen eingesetzt wird und dort für die wohldosierte Gänsehaut bei den Zuschauern sorgen soll. Auch als Therapiespinne ist die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne beliebt. Ihre ruhige Ausstrahlung hat schon so manche Spinnenphobie erfolgreich ausgetrieben.
  • Auch die Kraushaar-Vogelspinne (Brachypelma albopilosum) und die Orangebein-Vogelspinne (Brachypelma emilia) eignen sich hervorragend für Anfänger, da beide Arten sehr friedlich und anspruchslos sind.
  • Die Rote Chile-Vogelspinne (Grammostola rosea) zeigt ebenfalls ein sehr friedliches Verhalten und kann daher gut als Anfängerspinne gehalten werden. Sie fühlt sich am wohlsten in einem ihrer Verstecke, weshalb sie leider selten sichtbar wird.
  • Die Gestreifte Guatemala-Vogelspinne (Aphonopelma seemanni) hält sich ebenfalls meist geschützt im Terrarium auf und stellt nur geringe Ansprüche. Obwohl sie bei Einsteigern in der Spinnenhaltung recht beliebt ist, gilt es hier, etwas aufzupassen. Denn das Tierchen, das zu den grabenden Arten gehört, kann ziemlich lebhaft sein und hin und wieder sogar zu Aggressionen neigen.
  • Die Pink Zebra Schönheit (Eupalaestrus campestratus) hingegen bewegt sich tagsüber gerne im Terrarium und stellt ebenfalls keine großen Ansprüche an den Besitzer. Auch sie eignet sich daher perfekt als Anfängerspinne.

Diese Anfängerspinnen sind sehr pflegeleicht. Jedoch ist zu beachten, dass einige Vogelspinnenarten zwar ruhiger im Charakter sind als andere, aber ihre Pflege deutlich mehr Aufwand erfordert.

Das geeignete Terrarium zur Spinnenhaltung

Vogelspinnen können bis zu 30 Jahre alt werden. Klar, dass sie in dieser Zeit neben Futter und Pflege auch eine geeignete Behausung benötigen.

Wenn es dabei ums Terrarium geht, entscheiden sich viele Menschen dafür, einfach ein vorhandenes Aquarium umzubauen. Besonders für grabende Spinnen wie viele der Brachypelma-Arten ist diese Möglichkeit ideal.

Zudem gibt es zwei „professionelle“ Terrariumarten, die gerne zur Haltung von Vogelspinnen genutzt werden:

  1. Modelle mit sogenannten Fallscheiben: Diese Ausführungen ermöglichen das Öffnen der Frontscheibe nach oben. Der Vorteil besteht darin, dass sie einfach bedienbar sind und den Blick ins Terrarium nicht beeinträchtigen. Allerdings eignen sie sich nicht für den Einsatz in Regalen, da viel Platz nach oben hin benötigt wird.
  2. Modelle mit geteilter Frontscheibe: Hierbei können die vorderen Scheiben seitlich verschoben werden. Sie eignen sich auch für Regale oder wenn mehrere Terrarien nebeneinander platziert werden sollen. Diese Modelle sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, bieten aber viele Vorteile.

Da viele Vogelspinnen Bodenbewohner sind und deshalb ihr ganzes Leben entweder in einer Höhle oder direkt daneben verbringen, ist kein besonders großes Terrarium erforderlich. Als Faustregel gilt, dass sowohl Tiefe als auch Breite des Behälters anderthalbmal so lang wie das Spinnenbein sein sollten.

Bei der Haltung von Vogelspinnen haben kleine Behälter sogar ihre Vorzüge. Denn diese Arten lauern ihrer Beute an ihrem Höhleneingang auf und packen dann zu. Ein zu großes Terrarium bietet den Spinnen keinen Vorteil, da ihre Beute nicht in die Nähe der Höhle gelangen würde. Die Tiere würden verhungern, da sie nicht auf Jagd gehen, sondern vor ihrer Höhle warten.

Im Terrarium sollten darum unbedingt sowohl eine Versteckmöglichkeit als auch passende Beute vorhanden sein.

Außerdem ist bei der Spinnenhaltung die Luftfeuchtigkeit sehr wichtig und sollte regelmäßig überprüft werden.

Besonderheit: Spinnen, die in Bäumen leben

Baumbewohnende Spinnen sind weitaus kleiner und schlanker als ihre bodenbewohnenden Artgenossen. Sie leben meist in kleinen Astlöchern oder Baumhöhlen, in denen sie ihre Verstecke bauen. Diese bestehen – wie auch bei den Bodenbewohnern – aus einem Gespinst, das unerwünschte Eindringlinge abhält und das Versteck schützt.

Bekannte Vogelspinnen-Arten der Baumbewohner sind zum Beispiel Psalmopoeus, Avicularia und Poecilotheria.

Diese Arten sind weniger anspruchsvoll als bodenbewohnende Spinnen und daher einfacher zu halten. Für kleine Vogelspinnen reicht eine Grundfläche von 25 x 25 cm aus. Bei größeren Exemplaren sollte man ein Terrarium mit einer Grundfläche von mindestens 30 x 30 cm wählen.

Die Höhe des Terrariums hängt ebenfalls von der Größe des Tieres ab. Sie sollte jedoch zwischen 30 cm und 50 cm liegen. Eine Faustregel besagt, dass sich die ideale Höhe anhand des doppelten Abstands zwischen den Beinen berechnet.

Die Ausstattung des Spinnen-Terrariums

Jedes Terrarium benötigt eine Art „Teppich“, also einen geeigneten Bodenbelag.

Wird ausschließlich Torf verwendet, besteht die Gefahr, dass er schnell austrocknet und dann nur noch mühsam neue Feuchtigkeit aufnimmt. Reine Blumenerde wiederum neigt zur Schimmelbildung.

Auch natürliche Erde etwa aus dem Wald ist für viele Spinnenarten bestens als Bodenbelag geeignet. Diese lässt sich dann gemischt zu einem perfekten Substrat verarbeiten.

Als Beimischung eignen sich:

  • Torf
  • Blumenerde
  • Sand
  • Rinde
  • Lehm
  • Ton

Baumbewohnende Spinnen benötigen ein eher trockenes Bodensubstrat, das keinen Schimmel bildet.

Arachniden, die sich im Boden eingraben, benötigen einen festen, grabfähigen Boden, der die Form der Höhle beibehält.

Das richtige Futter für Vogelspinnen

Das richtige Futter für Ihre achtbeinigen Mitbewohner finden Sie im Zoofachhandel. In den meisten Fällen handelt es sich um Futterinsekten wie Grillen oder Heuschrecken.

Wichtig ist ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Futtertier und der Größe Ihrer Spinne. Generell sind Spinnen sehr genügsame Tiere. Zur artgerechten Spinnenhaltung reicht meist eine Mahlzeit von bis zu zwei Insekten pro Woche völlig aus. Längere Abwesenheiten wie zum Beispiel während des Urlaubs sind daher kein Problem.

Allerdings sollte immer genügend Flüssigkeit zur Verfügung stehen. Dafür bietet der Fachhandel „festes Flüssigkeitsgelee“ an, von dem die Spinnen dann portionsweise trinken können.