Nachwuchs in der Voliere – der richtige Nistkasten für Wellensittiche und Papageien
Rund 1,7 Millionen! Ja, tatsächlich beflattern laut Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland (ZZF) so viele Wellensittiche Deutschlands Käfige und Volieren. Hinzu kommen mehr als 800.000 unterschiedliche Papageien. Bei so vielen bunten Luftakrobaten ist es ja nur logisch, dass sich hin und wieder auch Nachwuchs ankündigt. Als gute Zieheltern kümmert man sich da natürlich rechtzeitig um einen geeigneten Nistkasten für Wellensittiche und Papageien. Alles Wissenswerte rund um dieses Thema finden Sie hier.
Welcher Nistkasten für Wellensittiche ist „naturgetreu“?
Wellensittiche und Papageien sind Höhlenbrüter. Das heißt, dass sie dunkle, trockene Hohlräume brauchen, in denen sie ihre Küken großziehen.
In Australien, beziehungsweise Süd- und Mittelamerika, Afrika und der Südsee, der Heimat der fröhlichen Gesellen, sind die Nistkästen für Wellensittiche und Papageien Spalten und Löcher in Bäumen. Die Weibchen vergrößern diese Höhlen mit ihrem kräftigen Schnabel – während die Männchen bei diesem Hausbau bestenfalls staunend zuschauen dürfen.
Überhaupt haben Wellensittich-Jungs ziemlich wenig bei der Aufzucht des Nachwuchses zu sagen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie ein brütendes Pärchen zu Hause haben und die Vogelmama ihren Partner mit heftigen Schnabelhieben vom Nistkasten für Wellensittiche fernhält. Der Vogelpapa darf höchstens mal einen kurzen Blick vom Einschlupfloch aus hineinwerfen und seine „bessere“ Hälfte mit Futter versorgen.
Der Nistkasten für Wellensittiche ahmt eine Baumhöhle nach
Auch Wellensittiche und Papageien, die im großzügigen Käfig oder in der Voliere gehalten werden, brauchen zum Brüten eine entsprechende Höhle. Der Zoofachhandel hält dafür verschiedene Modelle aus Holz bereit, die der natürlichen Umgebung der Vögel möglichst nahekommen.
In der Regel sind solche Nistkästen für Wellensittiche und Papageien mit einer Klappe an der Seite oder oben versehen. So lässt sich die Nisthöhle bei Bedarf kontrollieren und reinigen.
Damit die Vögel den Brutkasten problemlos anfliegen und verlassen können, hat ein speziell angefertigter Nistkasten für Wellensittiche ein ausreichend großes Einschlupfloch und davor eine Stange. Als Besitzer*in eines Pärchens kann man wunderbar beobachten, wie das Männchen auf dieser Stange sitzt, um das Weibchen mit mitgebrachten Leckereien zu verwöhnen.
Ein Nistkasten für Wellensittiche braucht keinen Komfort
Papageien in der freien Natur polstern ihre Nisthöhlen gerne mit Totholz oder Blättern aus. Werdenden Papageieneltern tut man also einen Gefallen, wenn man ihnen entsprechendes Nistmaterial aus Kokosfasern, Hanfwolle oder Waldmoos zur Verfügung stellt.
Anders sieht es bei den Wellensittichen aus. Sie sind echte Minimalisten und verzichten in ihrer Bruthöhle nahezu komplett auf Luxus und Komfort.
Die Weibchen legen ihre Eier – das können rund zwei Wochen nach der Paarung durchaus mal bis zu sieben Stück sein – gerne auf den nackten Boden des Nistkastens für Wellensittiche. Darum ist es wichtig, dass der Boden des Kastens eine ausreichend große Mulde aufweist. Und das nicht etwa, um die Eier darin vor dem Wegrollen zu bewahren!
Vielmehr geht es darum, die Jungvögel zu schützen!
Denn sind die kleinen nackten Küken geschlüpft, hockt sich die Mutter auf sie, um ihre Brut warmzuhalten. Aus menschlicher Sicht könnte man sagen, dass sie dabei ziemlich rücksichtslos vorgeht. Mit ihrem ganzen Gewicht deckt sie die Kleinen zu. Diese haben natürlich nicht die Kraft, einer solchen Belastung zu widerstehen. Auf einem glatten, ebenen Boden rutschen dadurch ihre Beinchen seitlich weg, können sich verformen oder sogar an den Gelenken ausgekugelt werden.
Also gar keine Polsterung im Nistkasten für Wellensittiche?
Ein Problem stellen die Ausscheidungen der Jungvögel dar. Tatsächlich kümmert sich die gefiederte Mutter recht wenig bis gar nicht darum. Gerade in einem so engen, dunklen, warmen Raum bietet das natürlich den idealen Nährboden für alle möglichen Krankheitserreger.
Hat man nun ein Wellensittich-Weibchen mit Nachwuchs bei sich zu Hause, kann man versuchen, den Nistkasten für Wellensittiche ein wenig mit einer saugfähigen Einstreu wie etwa feinem Holzgranulat oder Kleintierstreu auszufüllen. So kann der Nistkasten immer wieder mal einfach gereinigt werden.
Viele Wellensittiche mögen das aber leider nicht und befördern die gut gemeinte Polsterung emsig wieder nach draußen. Dann bleibt einem als Besitzer oder Besitzerin nichts anderes übrig, als die Nisthöhle regelmäßig mit mehr Aufwand von den Hinterlassenschaften der Küken zu reinigen.
Zusammenfassung: Der richtige Nistkasten für Wellensittiche und Co.
Beim Nistkasten für Wellensittiche oder Papageien kommt es natürlich auf die Größe der Vögel an. Logischerweise braucht eine Ara-Mutter ganz andere Maße für die Aufzuchthöhle als ein Nymphen- oder Wellensittich. Dementsprechend sollte der Nistkasten in der Voliere oder im Käfig gestaltet sein:
- Material: Am besten eignet sich unbehandeltes Holz als Nistkasten für Wellensittiche und Papageien. Bei manchen Modellen ist das Einflugloch durch einen umlaufenden Ring aus Metall geschützt, damit die gefiederten Freunde ihre „Haustür“ nicht von vornherein kurz und klein knabbern.
- Maße: Großpapageien brauchen einen Nistkasten, der mindestens die Maße 50 x 50 x 100 cm hat. Größere Sitticharten kommen mit einem Raum von 30 x 30 x 50 cm aus. Und ein Nistkasten für Wellensittiche sollte etwa 17 x 17 x 25 cm groß sein.
- Ausstattung: Der Nistkasten sollte außen am Einflugloch mit einer Stange oder einem Ast versehen sein. Zudem muss er über eine ausreichend große Mulde im Boden verfügen. Diese kann versuchsweise mit Nistmaterial ausgepolstert werden. Hierbei bitte keine faserigen Materialien verwenden, die Fäden bilden. Diese könnten sich um die Gliedmaßen oder sogar die Hälse der Küken schnüren.
- Einflugloch: Auch bei der Größe des Eingangs zum Nistkasten für Wellensittiche und Papageien kommt es natürlich auf die Größe der Vögel an. So braucht ein Ara-Weibchen ein Einflugloch von etwa 18 cm im Durchmesser. Alexandersittich und Bergsittich passen prima durch ein Loch von etwa 8 bis 9 cm, und das Wellensittich-Weibchen gibt sich mit einem Einflugloch von rund 5 cm Durchmesser zufrieden.