Jetzt beginnt die Zeckenzeit! Die besten Mittel gegen die gefährlichen Blutsauger
Endlich – der gefühlt ewig lange Winter scheint sich seinem Ende zuzuneigen! Die Temperaturen beim Gassigehen steigen spürbar, es wird wärmer. Ach, wäre es doch schön, jetzt wieder ganz unbeschwert nach draußen auf die langsam erblühenden Wiesen und Felder gehen zu können. Der Hund kann herumtoben, die Katze streicht mit trockenen Pfötchen durch die Büsche. Wenn da nicht diese kleinen „Vampire“ wären, die genau auf diese Gelegenheit gewartet haben. Denn jetzt herrscht leider auch wieder Alarmstufe rot – die Zeckenzeit hat begonnen!
Lesen Sie hier, wie Sie sich und Ihre vierbeinigen Hausgenossen vor den gefährlichen Spinnentieren schützen können.
Wann genau ist die Zeckenzeit?
Die Zecke, auch „gemeiner Holzbock“ genannt, ist ein enorm robustes kleines Spinnentier und äußerst aktiv. Nachdem sich Schnee und Frost weitestgehend verzogen haben, beginnt wieder die Zeckenzeit.
Bei sehr kaltem Wetter – das heißt, wenn die Temperatur unter sieben Grad Celsius liegt – verfallen die Zecken in eine Winterstarre. Auf diese Art schützen sie sich vor dem Frost. Sobald jedoch die Temperaturen steigen, kommen auch diese kleinen Krabbeltiere wieder zum Vorschein und machen sich sofort auf die Suche nach potenziellen Opfern zum Stechen.
Achtung: Bei besonders milden Wintern bleiben Zecken praktisch ganzjährig aktiv!
Im Allgemeinen dauert die Zeckenzeit in Deutschland von Februar bis Oktober. Der Beginn oder das Ende der Saison kann jedoch je nach den entsprechenden Temperaturen variieren. Personen, die viel Zeit im Freien verbringen, sollten immer damit rechnen, auf Zecken zu treffen.
Was macht Zecken so gefährlich?
Es besteht die Gefahr, dass sowohl Menschen als auch Tiere von den kleinen Blutsaugern mit schwerwiegenden Krankheiten infiziert werden können. In Europa übertragen sie hauptsächlich die Erreger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und der Lyme-Borreliose auf den Menschen. Gelegentlich können sie auch die Erreger der Tularämie (Hasenpest) übertragen.
So gefährlich ist FSME
Die Bezeichnung FSME steht für eine entzündliche Krankheit des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks, die durch das FSME-Virus verursacht wird. Die Übertragung erfolgt in den allermeisten Fällen durch Zeckenstiche. Eine Behandlung der Symptome ist die einzige Möglichkeit.
Etwa 30 Prozent aller Infektionen durch das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis gehen mit Beschwerden einher. Die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen:
- Etwa ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenstich treten meist grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie gelegentlich Magen- und Darmbeschwerden auf.
- Nach einer beschwerdefreien Woche können dann neurologische Symptome auftreten, die auf eine Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns oder Rückenmarks hinweisen.
In den meisten Fällen kommt es zu einer vollständigen Genesung auch nach schwerem Krankheitsverlauf.
Nach überstandener FSME-Erkrankung mit Beteiligung des zentralen Nervensystems können jedoch langfristig anhaltende Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Gleichgewichtsstörungen sowie Lähmungen und Anfallsleiden bestehen bleiben. Etwa ein Prozent der Fälle kann sogar tödlich enden. Und das gilt sowohl für uns Menschen als auch für Hunde und Katzen!
Aber: Es besteht keine Ansteckungsgefahr für andere Personen oder Tiere.
Um eine Infektion mit FSME zu verhindern, stehen hochwirksame und meist gut verträgliche Impfstoffe zur Verfügung. Diese gibt’s allerdings nur für Menschen. Besonders Hunde stecken sich eher selten mit dem Erreger an.
Gegen Borreliose gibt es eine Impfung für Hunde
Es handelt sich bei der Lyme-Borreliose um eine bakterielle Infektion. Eine Impfung gegen die Krankheit existiert nicht – für Menschen! Hunde hingegen kann man sehr gut mit einem speziellen Impfstoff schützen.
Aufgrund der weiten Verbreitung von Borrelien-infizierten Zecken tritt diese Erkrankung wesentlich häufiger auf als FSME. Zu den Gebieten, in denen die meisten Borreliose-Fälle auftreten, gehören Brandenburg, Thüringen, Sachsen, der Norden und Westen Bayerns sowie ganz Sachsen-Anhalt. Aber auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in Hessen steigt die Gefahr einer Infektion, da die Winter im Allgemeinen immer wärmer werden.
Etwa zehn bis 20 Prozent der Zecken sind Träger des Bakteriums. Da das Risiko einer Übertragung der bakteriellen Infektion mit zunehmender Saugdauer der Zecke steigt, ist es wichtig, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen.
Ein frühes Anzeichen einer Borrelien-Infektion und zugleich die am häufigsten auftretende Symptomatik ist ein kreisförmiger Hautausschlag um den Einstichbereich herum. In den meisten Fällen wird er nach einigen Tagen oder Wochen sichtbar und kann sich dann auf mehr als fünf Zentimeter Durchmesser ausbreiten.
Bei Tieren aber ist diese Einstichstelle durch ihr Fell eher selten zu entdecken. Während der Zeckenzeit sollten Sie deshalb auf folgende Symptome bei Ihrer Fellnase achten:
- Fieber
- Mattigkeit
- Lymphknotenschwellung
- Gelenkschwellungen
- Lahmen
Treten diese Symptome auf, ist es höchste Zeit für einen Besuch beim Tierarzt. Denn wird Borreliose nicht rechtzeitig behandelt, kann sie böse Spätfolgen wie eine chronische Gelenkentzündung und sogar eine Nierenentzündung haben.
Die gute Nachricht: Eine Lyme-Borreliose ist sehr gut mit Antibiotika behandelbar.
So schützen Sie sich und Ihr Haustier in der Zeckenzeit
Führen Sie nach jedem Spaziergang im Grünen eine gründliche Untersuchung Ihres Hundes oder der Katze auf Zecken durch. Nehmen Sie krabbelnde Tiere sofort ab.
Wenn sich eines der nur Millimeter großen Spinnentiere bereits festgebissen hat, sollten Sie es schnell entfernen. Am sichersten geht das mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken.
In der Regel gelangen die Krankheitserreger nicht unmittelbar nach dem Zeckenstich in den Blutkreislauf des Tieres. Die Übertragung von Borrelien dauert normalerweise zwölf bis 24 Stunden.
Einen wirksamen Schutz vor Zecken bieten sogenannte Kontakt-Antiparasitika. Diese chemischen Substanzen sollen verhindern, dass die Erreger übertragen werden, indem sie die Blutsauger auf der Haut der Tiere abtöten. Obwohl sich Zecken weiterhin am Tier festhalten und eine Weile im Fell herumkrabbeln können, sterben sie spätestens beim Blutsaugen ab. Dadurch wird das Risiko einer Übertragung deutlich verringert.
Bei Hunden und Katzen werden hauptsächlich Spot-on-Präparate sowie spezielle Halsbänder mit unterschiedlichen Wirkstoffen verwendet. Präparate mit Permethrin sind für Hunde geeignet, jedoch sehr giftig für Katzen. Daher sollte immer der Rat eines Tierarztes eingeholt werden, bevor solche Antiparasitika angewendet werden. Denn nicht jedes Tier verträgt alle Produkte gleichermaßen gut.
- Spot-on-Präparate sollten auf den Nackenbereich der Tiere aufgetragen werden, um zu verhindern, dass sie vom Tier abgeleckt werden können. Von dort aus verteilen sich die Wirkstoffe über die Talgdrüsen in den oberen Hautschichten. Der Schutzeffekt bleibt mehrere Wochen lang bestehen und sollte entsprechend den Anwendungshinweisen des jeweiligen Präparats regelmäßig erneuert werden.
- Zeckenschutz-Halsbänder mit Spinnentiergift wirken kontinuierlich über einen längeren Zeitraum. Ihr Hund kann diese zusätzlich zu einem herkömmlichen Halsband tragen. Um die Wirksamkeit der Präparate dauerhaft sicherzustellen, sollten sie vor dem Baden entfernt werden.