Für wen ist ein Wellensittich als Haustier geeignet?
Ein Wellensittich als Haustier ist eine wunderbare Bereicherung für das Zuhause vieler Menschen. Ihre lebhafte Persönlichkeit und ihr exotisches Aussehen machen diese „Mini-Papageien“ zu perfekten Gefährten für Familien, Singles oder Senioren. Wellensittiche sind gesellig und intelligent – viel Freude und Unterhaltung garantiert!
Das zeichnet den Wellensittich als Haustier aus
Wellensittiche sind sehr sozial und gar nicht gern allein. In Australien, ihrer ursprünglichen Heimat, leben die exotischen Vögel in großen Schwärmen, die sogar bis zu 2.000 Tiere umfassen können! Klar, dass sie die Gesellschaft möglichst vieler Artgenossen daher lieben. Daran sollten die Liebhaber*innen dieser fröhlichen Gesellen also unbedingt denken, wenn sie sich einen Wellensittich kaufen möchten.
Belohnt wird man dann aber mit einer unglaublich abwechslungsreichen „Hintergrundmusik“. Denn Wellensittiche „sprechen“ gerne miteinander – natürlich auf ihre Art.
Viele Wellensittiche können nach einer Weile sogar handzahm werden. Dennoch reicht die Interaktion mit Menschen allein nicht aus, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Ein Spiegel oder eine Wellensittich-Attrappe aus Plastik können keinen echten Partner ersetzen. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, mindestens zwei Wellensittiche zusammen zu halten. Am besten wäre es natürlich, wenn sogar vier oder sechs dieser munteren Vögel in einem sehr großen Käfig oder besser noch in einer Voliere untergebracht werden.
Tipp: Achten Sie darauf, jeweils zur Hälfte männliche und weibliche Wellensittiche miteinander unterzubringen.
In der Regel vertragen sich mehrere männliche Vögel gut miteinander, während die Weibchen oft Konflikte untereinander haben, wenn kein Männchen in der Nähe ist. Das liegt daran, dass die Hennen bei den Wellensittichen die Hosen anhaben, also eher dominant sind.
Hierher passt dieser gefiederte Freund!
Schon seit Jahrzehnten gehören Wellensittiche zu den liebsten Haustieren der Deutschen. Kein Wunder. Mit ihrem bunten Gefieder, das von Himmelblau, Weiß-Blau, Olivgrün und Dunkelgrün über Grau, Violett und Braun bis hin zu einer regenbogenfarbenen Mischung reichen kann, sind sie einfach wunderschön anzusehen.
Bevor man sich jedoch einen Wellensittich zulegt, sollte man sicherstellen, dass man ihm ein artgerechtes Leben bieten kann.
Dazu gehören neben Artgenossen viel Platz und Bewegung, damit sich die Vögel wohlfühlen. Ein regelmäßiger Freiflug ist daher unerlässlich.
Ebenfalls wichtig sind die regelmäßige Reinigung des Käfigs, der Wechsel von Einstreu und Wasser sowie die tägliche Fütterung. Das heißt also, dass ein Wellensittich als Haustier immer auch ein bisschen Arbeit macht. Kinder sollten deshalb mindestens das Grundschulalter erreicht haben, ehe sie ein Wellensittich-Paar ins Kinderzimmer bekommen. Nur dann sind sie reif genug, sich zusammen mit den Eltern auch um die Pflege zu kümmern.
Gut zu wissen: Wellensittiche können bis zu 15 Jahre alt werden und eignen sich nicht als Geschenk oder „Test-Haustier“!
Das macht den Sittich glücklich
Auch wenn Wellensittiche als Paar gehalten werden, brauchen sie doch noch die Aufmerksamkeit ihrer Halter. Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte, die den bunten Flugkünstlern ein unbeschwertes und glückliches Leben bescheren:
- Der Wellensittich-Käfig: Er sollte mindestens 100 cm x 50 cm x 80 cm groß sein, damit das Vogelpaar ausreichend Platz darin hat. Die Gitterstäbe müssen waagerecht verlaufen, damit die Sittiche beim Klettern nicht abrutschen.
- Sitzstangen: Die Stangen im Käfig oder in der Voliere bestehen idealerweise aus ungiftigen Naturhölzern. Verschiedene Durchmesser dieser Sitzstangen trainieren die Füße des Wellensittichs. Die Rinde der Stangen eignet sich außerdem perfekt zum Knabbern.
- Bodenbelag: Wellensittiche spazieren gerne auf dem Käfigboden herum. Da scharren sie und picken das eine oder andere Korn auf. Als Einstreu eignet sich deshalb am besten Vogelsand, gerne mit Kalk oder Muschelgrit angereichert. Diese Mischung liefert wichtige Mineralstoffe und saugt gleichzeitig die Hinterlassenschaften unserer gefiederten Freunde auf.
- Wetzstein: Um den Schnabel in Form zu halten und den Grundbedarf an Kalk zu decken, sind ein Schnabelwetzstein oder eine Sepiaschale ideal.
- Ess- und Trinkgeschirr: Neben ausreichendem Futter brauchen Wellensittiche auch täglich frisches Wasser. Dafür eignen sich ein spezieller Wasserspender oder Futter- und Wassernäpfe aus Edelstahl. Die Schälchen sollten natürlich nicht direkt unter einer Sitzstange angebracht werden, damit das Futter nicht durch Kot verunreinigt wird.
- Wellness-Oase: Wellensittiche lieben es, im Wasser zu planschen und ihr Gefieder im kühlen Nass so richtig aufzuplustern. Ein Badehäuschen, das zum Beispiel in die Türöffnung eingehängt werden kann, darf deshalb auf keinen Fall fehlen.
- Interieur: Wellensittiche sind agil und intelligent. Sie lieben es, körperlich wie auch geistig gefordert zu werden. Vogelspielzeug wie beispielsweise Bälle, eine Leiter sowie eine Schaukel sind als „Mobiliar“ im Käfig deshalb immer willkommen.
Was ein Wellensittich als Haustier am liebsten futtert
In der freien Natur in Australien sind Wellensittiche keine reinen Veganer. Gerade in der Brutzeit steigt ihr Bedarf an Protein, weswegen kleine Insekten, Raupen und Würmer dort zu ihrem normalen Speiseplan gehören.
Wird der Wellensittich als Haustier gehalten, kann auf die tierischen Proteine verzichtet werden. Hier reicht eine tägliche Gabe von etwa zwei Teelöffeln einer fertigen Körnermischung aus Hirse und anderen Sämereien.
Haben die Körner einen sehr hohen Ölgehalt, sollte die Futtergabe etwas reduziert werden. Denn diese Saaten sind wahre Kalorienbomben, und die Vögel können dann recht schnell regelrecht fett werden. Das Gleiche gilt auch für Mischungen in gepresster Form mit Klebezusätzen wie Honig.
Uneingeschränkt können auch frisches Obst und grüne Kräuter verfüttert werden. Die meisten Wellensittiche stürzen sich mit Vorliebe auf
- Äpfel
- Birnen
- Ananas
- Erdbeeren
- Kirschen
- Mandarinen
- Melonen
- Pfirsiche
- Weintrauben
Achten Sie aber darauf, Ihren Freunden nicht zu viel des Guten anzubieten. Viele Obstsorten enthalten eine hohe Konzentration an Zucker.
Geben Sie stattdessen öfter mal ein wenig gesundes „Grünzeug“ wie etwa
- Gurke
- Blattsalate
- Löwenzahn
- Vogelmiere
- Kürbis
- Paprika
- Spinat
- Rettich
- Tomate
- Karotten
Fazit
Ein Wellensittich als Haustier eignet sich für jeden, der Spaß daran hat, diese agilen und intelligenten Vögel zu beobachten und sich ausreichend mit ihnen zu beschäftigen. Die Bereitschaft, mindestens ein Pärchen zu halten, muss ebenso gegeben sein wie die Möglichkeit, einen täglichen Freiflug in der Wohnung zu garantieren. Ein wenig Liebe, Pflege und Aufmerksamkeit wird mit einem treuen Freund belohnt, der mit etwas Geduld auch schnell handzahm werden kann.
Ein Wellensittich kostet zwischen 15 und 25 Euro. Hinzu kommen die Kosten für einen geeigneten Wellensittich-Käfig von etwa 50 bis 70 Euro. Für Futter und Vogelsand sollte man rund 10 Euro pro Monat veranschlagen.