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Chinchilla, Degu & Co. – welches Futter die Exoten bekommen

Einfach zauberhaft, wie sie in ihrem Käfig oder im Gehege voller Neugier die Welt aus ihren schwarzen Knopfaugen betrachten. So niedlich sind die außergewöhnlichen Exoten wie Chinchilla und Degu, dass sie sich hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreuen. Ihre Haltung und vor allem die Ernährung aber sind nicht ganz so einfach. Was Sie über die Nager aus Chile wissen sollten, erfahren Sie hier.

Das braucht ein Chinchilla, um sich wohlzufühlen

Ihr weiches Fell und die muntere Aufmerksamkeit machen Chinchillas seit einigen Jahren zu beliebten Haustieren. Ursprünglich kommen die quirligen Fellkugeln aus Südamerika. Dort in Chile werden zwei Oberarten unterschieden: Kurzschwanz- und Langschwanz-Chinchilla. Allerdings lassen sich die Kurzschwanz-Chinchillas nicht zähmen, weshalb sie als Haustiere völlig ungeeignet sind.

Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre glänzend-schwarzen Augen und die großen, abgerundeten Ohren sind ganz der Dunkelheit angepasst. Auch nachts können die Fellnasen deshalb immer noch prima sehen und vor allem jedes noch so kleine Geräusch wahrnehmen. Deshalb sollte man sich darauf einstellen, dass es ab dem Abend schon mal ordentlich rundgehen kann im Chinchilla-Käfig. Wer lieber seine Ruhe haben möchte, sollte sich deshalb also besser kein Chinchilla anschaffen.

Auch die Lebenszeit einer solchen Fellnase sollte bedacht werden. Bei guter Pflege kann ein Chinchilla nämlich mehr als 20 Jahre alt werden.

In der Natur ist das flauschige Fell der Nager mal mehr, mal weniger grau schattiert. Durch gezielte Züchtung aber kann man zwischen sieben Farbgebungen wählen: von Schwarz über Beige bis zu Weiß.

Chinchillas wollen Gesellschaft

Chinchillas sind äußerst gesellige Tiere und leben in ihrer Heimat in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen. Daher ist es wichtig, dass Chinchillas nicht alleine gehalten werden, sondern immer mindestens zu zweit, am besten zu dritt oder zu viert.

Die aktiven Tiere brauchen viel Platz zum Toben und Spielen. Ein Käfig für zwei Chinchillas sollte mindestens 150 cm x 80 cm x 150 cm groß sein. Klar ist: je größer der Käfig, desto wohler fühlen sich die Tiere.

Bestens geeignet ist eine geräumige Voliere mit mehreren Etagen. Stangen und Äste von unbehandelten Obst- und Nussbäumen sorgen für Abwechslung und kommen dem starken Bewegungsdrang der Chinchillas entgegen. Außerdem können die Tierchen daran wunderbar ihre Zähne abschleifen.

Bitte keine Stangen, Treppen oder Näpfe aus Plastik verwenden! Denn Chinchillas lieben es, an allem zu nagen.

Zu einem ausgefüllten Chinchilla-Leben gehören auch ein paar Versteckmöglichkeiten. Ein Häuschen aus Holz, Spielzeug, ein ordentlicher Heuhaufen und natürlich eine Wassertränke dürfen nicht fehlen.

Auch wichtig: Ein Chinchilla liebt es, ausgiebige Sandbäder zu nehmen. Eine Schüssel mit sauberem Sand im Käfig sorgt also dafür, dass der kleine Nager „Wellness“ bekommt und damit gleichzeitig sein Fell pflegt.

Das richtige Futter für Chinchillas

Was die Ernährung betrifft, können Chinchillas richtige Mimöschen sein. Was sie benötigen, ist ein spezielles Allein- und Ergänzungsfutter, mit dem sie alle notwendigen Nährstoffe erhalten.

Auch Heu von ungespritzten Wiesen sollte regelmäßig auf ihrem Speiseplan stehen. Vorsicht bei zu vielen Snacks und Leckereien zwischendurch! Ihr empfindliches Verdauungssystem kann schnell durcheinander geraten. Und sie neigen bei zu viel Snacks dazu, im Handumdrehen ordentlich zuzunehmen.

Worüber sie sich aber hin und wieder freuen, sind Äpfel, Bananen oder Knabberstangen. Gerne auch als Belohnung, wenn man versucht, ihnen kleine einfache Kunststückchen beizubringen oder sie handzahm zu machen.

Degus wirken wie eine Mischung aus Chinchilla, Ratte und Eichhörnchen

Auch Degus stammen ursprünglich aus Chile. Hierzulande sind sie erst relativ wenigen Liebhabern bekannt, aber es werden immer mehr.

Die Nagetiere leben in offenen Gebieten, in denen sie unterirdische Gangsysteme und Höhlen anlegen. Wie ein Chinchilla setzen sie geschickt ihre Vorderpfoten ein, um Futter zu halten oder sich zu putzen.

Obwohl sie meist unter der Erde leben, lieben Degus es auch, ab und zu Felsen oder Äste zu erklimmen. Ihre Krallen bieten ihnen dabei einen sicheren Halt.

Degus sind tagaktiv. Ihre Neugierde macht es Halter*innen leicht, die Tierchen schnell liebzugewinnen. Denn Degus wollen am Geschehen um sie herum teilnehmen. Der Kontakt zu Menschen fördert ihre Aktivitäten und tut ihnen gut. Der Käfig sollte deshalb so platziert werden, dass sowohl Degu als auch Mensch immer etwas voneinander haben.

Wie Chinchillas auch leben Degus in freier Wildbahn in größeren Gruppen zusammen. Bei der Haltung sollten deshalb immer mindestens zwei, besser noch mehr Tiere zusammenleben dürfen. Die Lebenserwartung eines Degu beträgt etwa vier bis sechs Jahre.

Der perfekte Degu-Käfig

Sein extrem ausgeprägter Nagetrieb macht selbst vor dünnem Blech und Plexiglas nicht Halt! Darum sollte die Bodenwanne des Käfigs für die Tierchen sowie die Befestigungsklammern unbedingt aus stabilem Metall bestehen.

Als beste Wahl zur Haltung von Degus haben sich Terrarien herausgestellt. Die Unterkunft sollte für zwei bis vier Tiere ungefähr 120 cm lang, mindestens 50 cm breit und 100 bis 150 cm hoch sein.

Vorteile eines Terrariums: Es ist robust genug, um dem Tunnel-Graben der Degus zu widerstehen. Das in der Regel vorhandene Belüftungssystem hält zudem Bakterien fern. Eine aufschiebbare Vorderfront erleichtert die Pflege. Aber bitte kein Aquarium zum Degu-Zuhause umfunktionieren. Darin entsteht schnell ein gefährlicher Luftstau!

Bei der Einrichtung sollte auf genügend Versteck- und Klettermöglichkeiten im Käfig beziehungsweise Terrarium geachtet werden. Steine und Äste erfüllen hier am besten die besonderen Ansprüche der munteren Tierchen.

Außerdem braucht der Käfig:

  • Schlafhäuschen
  • Futternapf
  • Wassernapf
  • Sandbadewanne
  • Heuhaufen
  • Einstreu

Der Käfig sollte wöchentlich gereinigt werden, um Bakterienbildung vorzubeugen. Degus mögen Sonnenschein, aber keine Zugluft oder laute Geräusche. Ein belebter Platz im Wohnzimmer ist ideal für den Käfigstandort.

Leckerbissen für Degus

Degus sind nicht ganz so anspruchsvoll bei ihrer Futterwahl wie ein Chinchilla. Ein großer Unterschied besteht jedoch: Noch schneller als Chinchillas werden Degus fett. Zuckerreiche Lebensmittel wie Obst oder stärkehaltiges Gemüse sind deshalb tabu! Gurke, Chinakohl und Chicorée sind hingegen absolut unbedenklich.

Am besten eignet sich eine ausgewogene Fertigfutter-Mischung aus dem Fachhandel.

Ansonsten freut sich der Degu über ausreichend Heu und auch frisches Gras, Kräuter, Blüten, Blätter und Wurzeln.

Samen und Getreide sowie Walnüsse, Haselnüsse oder Pinienkerne sollten nur selten als besonderer Leckerbissen gegeben werden.